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FIW Policy BriefsFIW Policy Briefs
5.3.2021 : 20:40 : +0100

The Research Centre International Economics FIW is a project of WIFO, wiiw and WSR on behalf of the Federal Ministry for Digital and Economic Affairs. The FIW cooperation with the Vienna University of Economics and Business, the University Vienna, the Johannes Kepler University Linz and the University of Innsbruck is supported by the Federal Ministry of Education, Science and Research.

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M. Lehmann and M. Kretzschmar, "Investitionskontrollen in Europa - zwischen wirtschaftlichem Zweck, politischem Nutzen und rechtlicher Machbarkeit"
vol. 48 , pp. 15 , Oct. 2020.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/48_FIW_Policy_Brief_Lehmann_Kretzschmar.pdf

Abstract: Weltweit lassen sich nicht erst seit der Corona-Pandemie Tendenzen zur Verschärfung von sicherheitsbezoge-nen Investitionskontrollen feststellen – auch in Europa. Mit der Verordnung (EU) 2019/452 des Europäischen Par-laments und des Rates vom 19. März 2019 zur Schaffung eines Rahmens für die Überprüfung ausländischer Direk-tinvestitionen in der Union, EU ABl. L 79 I/1, (FDI-Screening-VO) ist nunmehr auch die EU in diesem Themenfeld gesetzgeberisch aktiv geworden. Die Umsetzung der Verordnung in den Mitgliedstaaten ist in vollem Gange: In Österreich erfolgt sie durch das neue Bundesgesetz über die Kontrolle von ausländischen Direktinvestitionen (Investitionskontrollgesetz – InvKG). Der von der EU verfolgte Ansatz zur Koordination und Kooperation unter den Mitgliedstaaten in Fragen der si-cherheitstechnischen Investitionskontrolle ist zu begrüßen, jedoch gerade auch mit Blick auf die potenzielle Dy-namik im Fortgang der Coronakrise noch ausbaufähig, soweit es die kompetenziellen, grundfreiheitlichen und wirtschaftsvölkerrechtlichen Grenzen zulassen.

J. Grübler and R. Stöllinger, "EU-Freihandelsabkommen: Was liegt auf dem Tisch?"
vol. 47 , pp. 16 , Sep. 2020.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/47_FIW_Policy_Breif_Gruebler_Stoellinger_EU_Freihandelsabkommen.pdf

Abstract: Das Netzwerk der EU-Freihandelsabkommen hat sich über die letzten Jahrzehnte über den gesamten Globus ausgebreitet. Die Abkommen unterscheiden sich jedoch in ihrem Umfang und ihrer Tiefe. Die „zweite Generation“ umfassender Abkommen der EU wurde mit dem EU-Südkorea Abkommen begründet. Nach einer mehrjährigen Periode ohne große Durchbrüche traten die tiefen Handelsabkommen mit Kanada (2017), Japan und Singapur (2019) sowie Vietnam (2020) in Kraft. Verhandlungen mit Mercosur wurden abgeschlossen. Abkommen mit Neuseeland und Australien stehen in den Startlöchern. In Summe bleiben die USA und China die großen Ausnahmen und Brexit der herbste Rückschlag für die EU. Während die EU über das größte Freihandelsnetzwerk mit mehreren geographischen Clustern verfügt, verliert es an Gewicht durch den globalen Anstieg von Abkommen ohne europäische Involvierung. Eine besonders dynamische Entwicklung überlappender Freihandelszonen entwickelt sich im Pazifik mit ASEAN(+3), RCEP und CPTPP. Die jüngsten EU-Abkommen der neuen Generation verschieben das Gewicht weiter Richtung Asien. Wirtschaftliche und politische Entwicklungen als auch die jüngste COVID-19-bedingte globale Gesundheitskrise“ sind Faktoren, die eine Analyse der Stabilität von komplexen Systemen, wie überlappende Freihandelsnetzwerke und Abhängigkeiten in globalen Wertschöpfungsketten, anstoßen sollten.

H. Oberhofer, "Der globale Handel und die Handelspolitik in Zeiten von COVID-19"
vol. 46 , pp. 15 , Jun. 2020.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/46_FIW_PolicyBrief_Oberhofer.pdf

Abstract: Der Welthandel wird von COVID-19 stärker betroffen sein als die Gesamtproduktion von Waren und Dienstleistungen. Aktuelle Studien gehen von einem Rückgang der globalen Handelsströme von 11% bis 30% für das Jahr 2020 aus. Für Österreich als kleine offene Volkswirtschaft führt dies zu zusätzlichen Herausforderungen. Dieses Policy Brief gibt einen Überblick über die möglichen Handelseffekte von COVID-19 für die globale und österreichische Wirtschaft und betrachtet insbesondere den Warenhandel, die Tourismusbranche und die ausländischen Direktinvestitionen. In einem weiteren Abschnitt wird ein Überblick über die handelspolitischen Entwicklungen während der COVID-19-Pandemie gegeben und ein besonderer Fokus auf sensible Produkte aus dem Gesundheitsbereich und auf Lebensmittel gelegt. Aus den Erfahrungen mit der COVID-19-Pandemie können Lehren für die internationale Handelspolitik und die EU gezogen werden. Wie diese Lehren aussehen und welche Politikmaßnahmen ergriffen werden könnten, wird in einem abschließenden Kapitel behandelt und diskutiert.

S. Borsky, "Internationaler Handel, Klimapolitik und Carbon Leakage"
vol. 45 , pp. 13 , May 2020.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/45_FIW_PolicyBrief_Borsky.pdf

Abstract: Mit dem Klimaabkommen von Paris hat sich eine Situation der national differenzierten Klimapolitik entwickelt, die zu ungleichen CO2-Preisen in den einzelnen Ländern geführt hat. Internationaler Handel zwischen Ländern mit unterschiedlich strikter Klimaschutzpolitik kann zu Carbon Leakage führen. Dies reduziert die Effizienz einer Klimaschutzpolitik. Ein Grenzausgleich, im Sinne einer Harmonisierung unterschiedlicher CO2-Preise mit Hilfe von CO2-Zöllen, bietet sich als eine Maßnahme an, um Wettbewerbsverzerrung aufgrund von unilateraler Klimaschutzpolitik zu reduzieren und Carbon Leakage zu verhindern. Nicht nur in der Fachliteratur, sondern auch auf politischer Ebene findet die Idee eines Grenzausgleiches Zustimmung. Der jüngste Vorschlag einer solchen Maßnahme wurde im Zuge des von der Europäischen Kommission unter Ursula von der Leyen beschlossenen „Green Deals“ benannt und soll helfen die Europäische Union bis zum Jahr 2050 zur Klima-Neutralität zu führen. Obwohl die Grundidee von Grenzausgleichsmaßnahmen im Sinne einer Verlagerung zu einer konsumbasierten CO2-Bepreisung reizvoll und klar ist, ist dessen Ausgestaltung und Implementierung in der Praxis komplex. Dies führt zu einem hohen bürokratischen Mehraufwand und damit einhergehenden hohen administrativen Kosten. Darüber hinaus kann ein Grenzausgleich als Handelsbarriere gesehen werden, welche zu Vergeltungsmaßnahmen der vom Grenzausgleich betroffenen Länder im Ausland führen kann. Aus diesem Grund empfiehlt sich ein enger Fokus auf energieintensive und international exponierte Sektoren.

B. Dachs, "Die Bedeutung ausländischer multinationaler Unternehmen für Forschung, Entwicklung und Innovation in Österreich"
vol. 44 , pp. 13 , Feb. 2020.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/44_FIW_Policy_Brief_Dachs__Bedeutung_ausld_Multis_fuer_F_u_E_u_Innovation_in_OEsterreich.pdf

Abstract: Multinationale Unternehmen betreiben Forschung, Entwicklung (F&E) und Innovationsaktivitäten zuneh-mend außerhalb ihrer Herkunftsländer, eine Entwicklung, die als Internationalisierung von F&E bezeich-net wird. Auslandskontrollierte Unternehmen gaben im Jahr 2017 4,1 Mrd. EUR für F&E in Österreich aus, was mehr als der Hälfte der F&E-Ausgaben von Unternehmen in Österreich entspricht. Österreich gehört damit zu den am stärksten internationalisierten Ländern in der OECD. Die F&E-Aktivitäten auslandskontrollierter Unternehmen sind vor allem in Hochtechnologiebranchen konzentriert. Die F&E-Intensität dieser Unternehmen ist durchschnittlich höher als jene von inlandskontrol-lierten Unternehmen. Die wichtigsten Herkunftsländer sind Deutschland, die Schweiz, die USA und Ka-nada. Der Anteil von nichteuropäischen Unternehmen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die F&E-Ausgaben österreichischer Unternehmen im Ausland betragen etwa 450-500 Mio. EUR und wer-den vor allem in Deutschland investiert

J. Grübler and R. Stöllinger, "Die Evolution und Bedeutung „moderner“ EU-Freihandelsabkommen"
no. 43 , pp. 16 , Dec. 2018.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/43_FIW_Policy_Brief_Stoellinger_Gruebler.pdf

Abstract: Die Verabschiedung des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT), die Gründungsschritte in Richtung Europäische Union und der Beginn der Entkolonialisierung Afrikas liegen zeitlich sehr eng beieinander. So prägten die EU und ihre sukzessiven Erweiterungen von Anbeginn das Präferenzsystem der Welthandelsorganisation für Entwicklungsländer als auch die globale Verbreitung von Freihandelsabkommen. Letztere wird beschleunigt durch den Stillstand in den multilateralen Verhandlungen der „Doha-Entwicklungsrunde“ der Welthandelsorganisation (WTO) und in jüngster Vergangenheit durch den Rückzug der USA aus mega-regionalen Verhandlungen, aufflammende Handelskriege und gegen das Welthandelssystem gerichtete Drohungen. Bereits heute findet 40% des Handels der EU und 45% des österreichischen Handels mit Drittstaaten mit Partnerländern innerhalb des Rahmens eines Freihandelsabkommens statt. Sollten alle aktuellen Verhandlungen tatsächlich zu einem Abschluss kommen, würden 80% der Extra-EU-Handelsflüsse der EU und Österreichs über bi- oder plurilaterale FHA geregelt. Der Umfang der Abkommen variiert erheblich und zielt insbesondere bei der jüngeren Generation der EU-Abkommen nicht nur auf Reduktionen von Zöllen und Handelshemmnissen, sondern verstärkt auf die Harmonisierung von Standards ab. Da unterschiedliche Regulierungen (z.B. im Gesundheits- oder Umweltbereich) teilweise auf unterschiedliche Präferenzen der Bürger und Bürgerinnen zurückzuführen sind, ist davon auszugehen, dass der optimale Grad an Handelsliberalisierung und wirtschaftlicher Integration nach Partnerländern variiert.

J. Grübler, "Österreich zwischen Ost und West im Kontext der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft"
vol. 42 , pp. 11 , Nov. 2018.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/42_FIW_Policy_Brief_Gruebler.pdf

Abstract: Die österreichische EU-Ratspräsidentschaft, die mit 1. Juli 2018 begann, steht unter dem Stern der Wie-derbelebung seiner Brückenfunktion zwischen Ost und West; denn während sich die Länder in Mittel-, Ost- und Südosteuropa (MOSOEL) wirtschaftlich Westeuropa annähern, scheinen sich politische Bruch-linien zu verhärten. Diese Entwicklung betrifft insbesondere die Visegrád-Staaten (Polen, Slowakei, Tschechien, Ungarn), welche für Österreichs Wirtschaft in den letzten Jahren zunehmend als Handels-partner und Destination für Investitionen an Bedeutung gewonnen haben. Ein besonders ambivalentes wirtschaftliches und politisches Verhältnis mit Osteuropa ergibt sich im Bereich Migration – aus Süd- und Osteuropa nach Österreich bzw. von Personen aus Drittstaaten durch diese Region nach Österreich. Der Boykott der Umverteilung von Geflüchteten zog bereits Vertragsverletzungsverfahren für Länder in der österreichischen Nachbarregion nach sich. Zusammen mit den heuer eingeleiteten Disziplinarmaßnah-men aufgrund von Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit könnten sie im neuen EU-Budget zu wesent-lichen Kürzungen von Zuteilungen für Osteuropa und durch die intensiven wirtschaftlichen Verflechtun-gen auch für Österreich zu negativen wirtschaftlichen Konsequenzen führen. Diese Situation verschärft sich durch die erwartete Lücke im EU-Budget durch den Austritt Großbritanniens aus der EU und turbu-lente Zeiten für das internationale Handelssystem durch gegensätzliche Politiken der USA und Chinas.

[German] B. Dachs, "Schlüsseltechnologien der Digitalisierung und ihre Effekte auf die Außenwirtschaft"
vol. 41 , pp. 10 , Sep. 2018.

Abstract: Neue technologische Entwicklungen wie die Eisenbahn oder das Telefon haben dem Welthandel in der Vergangenheit immer wieder entscheidende Impulse gegeben. Heute erlebt die Weltwirtschaft mit der Digitalisierung wieder einen solchen Umbruch. Industrie 4.0, künstliche Intelligenz, Blockchains oder additive Fertigungsverfahren (3D-Druck) finden zunehmend in der Wirtschaft Verbreitung. Wir können von der Digitalisierung insgesamt positive Effekte für den Außenhandel erwarten: geringere Informations- und Transaktionskosten und bessere Möglichkeiten zur Koordination sollten den Welthandel insgesamt fördern. Insbesondere im internationalen Handel mit Dienstleistungen lassen neue Technologien positive Effekte durch Automatisierung und eine bessere Handelbarkeit erwarten. Die Digitalisierung kann zu einer stärkeren internationalen Arbeitsteilung und zu einem höheren Grad an Spezialisierung einzelner Länder in Wertschöpfungsketten führen. Die beschriebenen Trends bieten deshalb Chancen für Österreichs Wirtschaft. Verschiedene digitale Technologien könnten allerdings auch eine de-globalisierende Wirkung entfalten, indem sie lokale Produktionsketten und die Re-Integration von Produktionsschritten an einem Ort wieder wirtschaftlich attraktiver machen.

O. Fritz, G. Streicher and F. Unterlass, "Input-Output-Verflechtungen der Sachgüter-nachfrage und von Ausgaben für Forschung und Entwicklung"
vol. 40 , pp. 9 , Jun. 2018.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/40_FIW_Policy_Brief_Fritz_Streicher_Unterlass_Juni_2018.pdf

Abstract: Die heimische und internationale Nachfrage nach in Österreich produzierten Sachgütern trägt mit 21,8% der gesamten Bruttowertschöpfung wesentlich zur gesamtwirtschaftlichen Leistung bei, auch wenn sich durch die zunehmende Bedeutung internationaler Produktionsnetzwerke die Wertschöpfungsintensität der Produktion stetig verringert. Ein relativ stabiler Anteil dieser Wertschöpfung entfällt auf die österreichische Sachgüterproduktion selbst, der direkt und indirekte Anteil von Dienstleistungen an der Herstellung dieser Güter nimmt entgegen den Erwartungen nicht zu. Die F&E-Intensität der Wirtschaftssektoren ist hingegen deutlich gestiegen, auch wenn sie stark zwischen den Sektoren variiert. Über Vorleistungsbeziehungen konsumieren auch die wenig F&E-intensiven Sektoren indirekt F&E-Leistungen anderer, forschungsintensiverer Sektoren und sind damit wichtige "Auftraggeber" unter-nehmerischer Forschungsaktivitäten.

O. Fritz and G. Streicher, "Der Beitrag von Sachgüterexporten zur Wirtschaftsleistung: Eine Input-Output-Analyse"
vol. 39 , pp. 8 , Apr. 2018.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/39_FIW_PolicyBrief_Fritz_Streicher.pdf

Abstract: Für Österreich als kleine, offene Volkswirtschaft sind Exporte eine entscheidende Komponente der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Die zunehmende internationale Arbeitsteilung führt jedoch nicht nur zu einem steigenden Exportvolumen, sondern auch zu einer Fragmentierung der Produktion, die mit zunehmendem Einsatz von importierten Vorleistungen in der Produktion verbunden ist und somit potentiell den Wertschöpfungsbeitrag (wie auch die Beschäftigungsintensität) der Exportwirtschaft verringert. Die vorliegende Kurzstudie untersucht zum einen die Entwicklung der Wertschöpfungsintensität sowie die Beschäftigungswirkungen österreichischer Exporte im Zeitablauf. Für die Auslandsexporte auf Ebene der österreichischen Bundesländer wird zum anderen der Dienstleistungsgehalt des österreichischen Warenhandels gemessen und die These der "Huckepackexporte" näher untersucht.Für Österreich als kleine, offene Volkswirtschaft sind Exporte eine entscheidende Komponente der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Die zunehmende internationale Arbeitsteilung führt jedoch nicht nur zu einem steigenden Exportvolumen, sondern auch zu einer Fragmentierung der Produktion, die mit zunehmendem Einsatz von importierten Vorleistungen in der Produktion verbunden ist und somit potentiell den Wertschöpfungsbeitrag (wie auch die Beschäftigungsintensität) der Exportwirtschaft verringert. Die vorliegende Kurzstudie untersucht zum einen die Entwicklung der Wertschöpfungsintensität sowie die Beschäftigungswirkungen österreichischer Exporte im Zeitablauf. Für die Auslandsexporte auf Ebene der österreichischen Bundesländer wird zum anderen der Dienstleistungsgehalt des österreichischen Warenhandels gemessen und die These der "Huckepackexporte" näher untersucht.

K. Weyerstraß, "Entwicklung, Determinanten und Bedeutung der totalen Faktorproduktivität"
vol. 38 , pp. 8 , Jan. 2018.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/38_FIW_PolicyBrief_Weyerstrass.pdf

Abstract: Die totale Faktorproduktivität (TFP) ist ein Maß für die Produktivität und gibt an, welcher Teil des Wachstums des Bruttoinlandsprodukts nicht auf einen vermehrten Einsatz der Produktionsfaktoren (in der Regel Arbeit und Kapital) zurückzuführen ist. Die TFP stellt zwar insofern eine Residualgröße, gleichzeitig aber einen wesentlichen Treiber des Wirtschaftswachstums dar. In nahezu allen Industrieländern hat sich das Wachstum der TFP in den zurückliegenden Jahrzehnten abgeschwächt, wobei Österreich vergleichbaren Ländern wie Deutschland oder der Schweiz hinterherhinkt. In diesem Policy Brief wird gezeigt, dass die TFP positiv von den Ausgaben für Forschung und Entwicklung, den Patentanmeldungen als Ergebnis von F&E-Investitionen, der allgemeinen Investitionsquote, dem Industrieanteil an der Bruttowertschöpfung, dem Offenheitsgrad für internationalen Handel sowie der Qualität der Institutionen einschließlich eines stabilen Rechtsrahmens abhängt. Auch wenn Österreich bei den meisten dieser Faktoren besser als der EU-Durchschnitt und etwa gleichauf mit Deutschland liegt, gelingt es offenbar weniger gut, F&E in messbaren technologischen Fortschritt umzusetzen. Die Beseitigung von Barrieren für die Gründung junger Unternehmen und beim Zugang zu Risikokapital könnte zur Belebung des TFP-Wachstums ebenso beitragen wie eine Stärkung der Grundlagenforschung.

G. J. Felbermayr and M. Steininger, "Effekte der US-Präsidentschaft Trump – Neuer Protektionismus"
no. 37 , pp. 21 , Nov. 2017.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/37_FIW_PolicyBrief_SteiningerFelbermayr_Trump.pdf

Abstract: In diesem Policy Brief diskutieren wir verschiedene protektionistische Maßnahmen, die seitens den USA ins Gespräch gebracht wurden. Wir stellen fest, dass die amerikanische Handelspolitik schon vor Donald Trump protektionistischer geworden ist, dass aber eine weitere Verschärfung wahrscheinlich scheint. Um die mögliche Betroffenheit Österreichs zu quantifizieren, simulieren wir verschiedene Szenarien mit Hilfe des ifo-Handelsmodells. Dieses berücksichtigt, dass Österreich in erheblichem Ausmaß indirekt in die USA exportiert, weil österreichische Vorprodukte in deutschen Endprodukten verbaut werden. Wir simulieren, dass eine Wiedereinführung von Handelsbarrieren in der nordamerikanischen Freihandelszone für die USA mit Kosten von 37 Mrd. Euro verbunden wäre, während Österreich durch Handelsumlenkungseffekte sogar einen kleinen Zuwachs des BIP von circa 35 Mio. Euro erwarten könnte. Das Bild ändert sich, wenn die USA unilateral neue Zölle und nicht-tarifäre Handelsbarrieren einführen. Dann könnte das österreichische BIP um bis zu 1 Mrd. Euro geringer ausfallen, wobei die Einbußen im Fahrzeugsektor, dem Maschinenbau, im Metallbereich und im Elektrosektor am deutlichsten wären. Eine Reform der Unternehmenssteuer mit Einführung eines Grenzsteuerausgleiches würde Österreich nur sehr geringfügig, und eventuell sogar positiv, betreffen.

J. Grübler and R. Stehrer, "Die Relevanz von nicht-tarifären Maßnahmen für den Außenhandel"
no. 36 , pp. 12 , Sep. 2017.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/36_FIW_PolicyBrief_GrueblerStehrer_NTM.pdf

Abstract: Während die Bedeutung von Zöllen für Industriewaren als Instrumente internationaler Handelspolitik über die letzten zwei Jahrzehnte kontinuierlich abnahm, steigt die Zahl der Arten verschiedenster nicht-tarifärer handelspolitischer Maßnahmen (NTM, non-tariff measures) und der Länder, die sie nutzen. Studien im Kontext multilateraler Handelsabkommen und der am 19. Juni 2017 offiziell gestarteten Brexit-Verhandlungen zeigen durchwegs, dass Effekte von NTM jene von Zöllen für Industriestaaten um ein Vielfaches übersteigen. Für diesen Policy Brief aufbereitete Ergebnisse zu Handelseffekten unter-schiedlicher Arten von NTM für die wichtigsten Handelspartner Österreichs außerhalb der EU zeigen, dass Effekte sowohl nach Partnerländern als auch Produktgruppen variieren. Da der Anteil der öster-reichischen Exporte von Maschinen und Fahrzeugen sowie bearbeiteten Waren von 47% für die Schweiz bis 82% für Kanada reichen, ist das Hauptaugenmerk auf technische Handelsbarrieren zu legen. Trotzdem sollte der Agrarsektor nicht außer Acht gelassen werden. Mit durchschnittlich lediglich 5% aller Exporte in die „Top -10“-Exportdestinationen außerhalb der EU scheint der Landwirtschaftssektor zwar ökonomisch weniger bedeutend zu sein – er birgt aber im Hinblick auf die starke Nutzung von verschiedenen Typen dervon NTM Steigerungspotenzial. Insbesondere für Brasilien und Japan steht ein relativ niedriger Anteil des Agrarsektors an den gesamten österreichischen Exporten stark negativen durchschnittlichen Handelseffekten von gesundheits- und pflanzenschutzrechtlichen Maßnahmen, als auch technischen Handelsbarrieren gegenüber. Dementsprechend liegt die Empfehlung nahe, sich in naher Zukunft verstärkt aktiv in die Ausgestaltung der künftigen Handelsbeziehungen im Rahmen der Verhandlung des Freihandelsabkommens mit dem südamerikanischen Wirtschaftsraum MERCOSUR bzw. des Wirtschaftspartnerschaftsabkommens mit Japan einzubringen.

A. Breitenfellner and H. Schuberth, "Potential und Risiken der Kapitalmarktunion für die Wirtschaft Europas und Österreichs"
no. 35 , pp. 10 , Jul. 2017.

File:http://fiw.ac.at/fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/35_FIW_PolicyBrief_Breitenfellner_Schuberth.pdf

Abstract: Die für 2019 geplante europäische Kapitalmarktunion zielt auf eine vertiefte Integration der Kapital-märkte der EU-Mitgliedsländer ab. Sie knüpft sowohl am Binnenmarkt als auch an der im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise geschaffene Bankenunion an. Als Argumente für die Kapitalmarktunion werden die Fragmentierung der nationalen Kapitalmärkte, die starke Bankenabhängigkeit der euro-päischen Wirtschaften sowie die krisenbedingte Investitionslücke ins Spiel gebracht. Demnach soll die Kapitalmarktunion für erleichterten Finanzierungszugang v.a. für kleinere und mittlere Betriebe (KMUs) und für eine grenzüberschreitende Teilung von Risiken sorgen; letztlich bedeute dies mehr Wachstum und Finanzmarktstabilität. Die vielfältigen angepeilten Maßnahmen reichen von Prospektrichtlinien, über die Schaffung eines Marktes für Wertpapierverbriefung bis etwa zur Erleichterung von Crowd Funding. Kritiker zweifeln an den positiven Effekten der Kapitalmarktunion: Statt für Stabilität zu sorgen verschärfe sie jene Risiken, die bereits in der Finanzkrise schlagend wurden und ignoriere die Notwendigkeit vermehrter Finanzmarktregulierung, etwa im Schattenbanksektor. In Österreich ist trotz Bankenlastigkeit und krisenbedingt schwacher Kreditentwicklung relativ wenig Bedarf nach zusätzlichen Finanzierungsangeboten zu orten. Dennoch verbessert die Kapitalmarktunion vermutlich den Zugang zu Eigenkapital, insbesondere für Gründungs- und Innovationsfinanzierung. Sowohl in Österreich als auch in Europa bleibt jedoch die zentrale Funktion der Banken im Finanzierungsprozess erhalten; nicht zuletzt auch wegen der schrittweise geplanten Umsetzung der Kapitalmarktunion. Die Kapitalmarktunion ist auch nicht als Ersatz sondern als Ergänzung einer zukünftigen Fiskalunion zu betrachten. Wir verweisen diesbezüglich auf die besondere Rolle eines sicheren Staatsfinanzierungssektors für integrierte und stabile Finanzmärkte in Europa. Brexit bietet sowohl Gefahren als auch Chancen für den europäischen Kapitalmarkt und rückt gleichzeitig das Ziel einer einheitlichen europäischen Kapital-marktaufsicht in das Blickfeld.

W. Schwarzbauer, "Die Digitale Evolution"
no. 34 , pp. 10 , May 2017.

File:http://www.fiw.ac.at/fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/34_FIW_PolicyBrief_Schwarzbauer_Digitalisierung.pdf

Abstract: Die in der jüngsten Vergangenheit feststellbare zunehmende Digitalisierung von Gesellschaft und Wirtschaft er-scheint auf ersten Blick als radikal umwälzende Entwicklung. Im Detail betrachtet zeigt sich, dass die aktuellen Tendenzen nur eine Fortsetzung der bestehenden Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte sind - insbesondere der Internationalisierung von Wertschöpfungsketten und den seit den 1990er Jahren bestehenden Automatisie-rungstendenzen. Die ökonomische Literatur zu den Effekten der Digitalisierung sowie die erfolgreiche Integration der österreichi-schen Volkswirtschaft in internationalen Wertschöpfungsketten legen nahe, dass die Ausgangsposition Österreichs gut ist, was unter anderem an der signifikanten Industriebasis und dem guten Zugang zu neuen Technologien liegt. Bemerkenswerterweise ergibt sich – unabhängig vom geographischen Entstehen eines globalen Digitalisierungspols - ein positiver Effekt auf die österreichischen Exporte. Zudem erscheinen die Effekte der Digitalisierung auf den ös-terreichischen Arbeitsmarkt tendenziell auf eine niedrige Substituierbarkeit von Tätigkeiten hinzudeuten. Für eine erfolgreiche Bewältigung des digitalen Strukturwandels sind allerdings Anstrengungen auf individueller Ebene sowie Maßnahmen von Seiten der Politik nötig. Dies betrifft die Verfügbarkeit digitaler Netzinfrastruktur ebenso wie eine Umorientierung in Hinblick auf Bildung. Zudem sind weitere Maßnahmen zur strukturellen Ent-lastung des Faktors Arbeit und Attraktiveren von Unternehmensgründungen im Geiste des Start-up Pakets sowie eine Attraktivierung von innovativen Tätigkeiten in Unternehmen durch mittelfristig ausgerichtete steuerliche Anreize nötig.

J. Grübler and R. Stehrer, "Die chinesische Investitionsoffensive "One Belt, One Road" Wirtschaftliche Potentiale für Österreich?"
no. 033 , pp. 15 , Jan. 2017.

File:http://www.fiw.ac.at/fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/33_FIW_PolicyBrief_GrueblerStehrer.pdf

Abstract: Die Motive Chinas für eine Wiederbelebung der historischen Seidenstraßen sind vielseitig und sowohl von handels- als auch geopolitischer Bedeutung. Die „One Belt, One Road“-Initiative sieht den Ausbau von Straßen- und Zugverbindungen sowie von maritimer Infrastruktur vor. Dafür kommen mehrere Routen in Frage, die rund 40 Länder einschließen. Durch die chinesische Übernahme von 67 Prozent der Anteile am größten griechischen Hafen in Piräus im Juli 2016 liegt aktuell der geographische Fokus hinesischer Infrastrukturinvestitionen in Europa im Westbalkan. Durch Verträge oder Absichtserklärungen bekannte Projekte belaufen sich für diese Region auf über 10 Milliarden Euro. Kurzfristig könnten sich für Österreich Potenziale durch die für Infrastrukturprojekte gefragte heimische Expertise z.B. im Tunnelbau oder in der Forschung, sowie über bestehende Handelsverflechtungen mit Zentral- und Osteuropa ergeben. Eine Analyse mittels internationaler Input-Output-Tabellen zeigt leicht positive Effekte für Österreich. Aktuelle, durch China finanzierte Projekte im Westbalkan könnten demnach das österreichische Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufgrund von Handelsverflechtungen um 0,03 Prozent erhöhen. Mittelfristig könnte auch die Erhöhung des Einkommens in den Westbalkanstaaten die Nachfrage nach österreichischen Produkten steigern. Zudem verkürzen die anvisierten Infrastrukturprojekte Transportzeiten entlang der Seidenstraßen erheblich. Österreich könnte diese Entwicklungen nutzen, um Exporte nach Asien zu erhöhen.

[German] E. Christen and H. Oberhofer, "Exportpotentiale für die österreichische Wirtschaft: Eine Analyse relevanter Angebotsfaktoren"
no. 32 , pp. 8 , Dec. 2016.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/32_FIW_PolicyBrief_Christen_Oberhofer.pdf

Abstract: Im vorliegenden Beitrag werden wirtschaftspolitisch beeinflussbare Angebotsfaktoren untersucht, die erfolgreiche Exportländer kennzeichnen und maßgeblich zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften beitragen können. Im Zentrum der Untersuchung stehen Maßnahmen zur Steigerung der F&E Intensität, der (öffentlichen) Ausgaben im tertiären Bildungsbereich sowie die Umsetzung einer nachhaltigen Energiepolitik. Unter der Annahme, dass Österreich den konstanten Aufwärtstrend fortsetzt und in diesen drei Wettbewerbsindikatoren zu den skandinavischen Ländern (Dänemark, Finnland und Schweden) aufschließen könnte, lassen sich mögliche Exportpotentiale dieser unterschiedlichen Politikmaßnahmen für den österreichischen Waren- und Dienstleistungshandel quanti-fizieren. Die empirischen Ergebnisse legen nahe, dass eine Erhöhung der Ausgaben für F&E sowie für tertiäre Bildung positive Exportimpulse induzieren können. Darüber hinaus deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass eine allfällige Forcierung einer nachhaltigen Energiepolitik im Sinne einer Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am gesamten Energiekonsum nicht im Widerspruch zu einer erfolg-reichen Exportperformance stehen muss.

K. Weyerstraß, "Die Produktivität Österreichs im internationalen Vergleich"
vol. 31 , pp. 8 , Apr. 2016.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/31_FIW_PolicyBrief_Weyerstrass.pdf

Abstract: Im vorliegenden Beitrag wird die Entwicklung der Arbeitsproduktivität in Österreich im europäischen Vergleich analysiert. Es zeigt sich, dass die gesamtwirtschaftliche Produktion je Erwerbstätigen im Zeitraum 2000 bis 2015 in Österreich hinter dem EU- und Euroraum-Durchschnitt zurückgeblieben ist. Auch in Deutschland und der Schweiz stieg die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigen in diesem Zeitraum stärker als in Österreich. Anders ist das Bild, wenn die Produktivität je Arbeitsstunde betrachtet ist. Hier liegt Österreich über dem europäischen Durchschnitt und auch vor Deutschland und der Schweiz. Dies ist aber darauf zurückzuführen, dass die Zahl der geleisteten Ar-beitsstunden in Österreich stärker als in anderen Ländern gesunken ist, wodurch die Kostenbelastung je Stunde steigt. Ein wesentlicher Bestimmungsfaktor der Arbeitsproduktivität ist die totale Faktorproduktivität (TFP), die wiederum als wichtiger Indikator für den technischen Fortschritt einer Volkswirtschaft gilt. Beim Wachstum der TFP ist Österreich in letzter Zeit deutlich hinter den EU-Durchschnitt und hinter Deutschland und die Schweiz zurückgefallen, was Reformbedarf zur Steigerung der Innovationskraft signalisiert. Niedriges Produktivitätswachstum resultiert in überdurchschnittlich steigenden Lohnstückkosten. Bildung, Forschung und Innovation sowie ein funktionierender Wettbewerb sind wichtige Faktoren zur Förderung des Produktivitätsfortschritts.

R. Stöllinger, "Investitionen in Österreich: Entwicklungen, Ursachen, Politikempfehlungen"
pp. 21 , Mar. 2016.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/30_FIW_PolicyBrief_Stoellinger_korr.pdf

Abstract: Die mangelnde Investitionsbereitschaft auf Seiten der Unternehmen wird gerne als Hauptursache für die mäßige Konjunkturlage in Europa ausgemacht. Gleichzeitig belasten die moderaten und unsicheren Wachstumsaussichten die unternehmerische Investitionstätigkeit. Die stark expansiv ausgerichtete Geldpolitik im Euro-Raum hat bisher wenig an diesen Entwicklungen ändern können. Erklärungsversu-che für das in Österreich speziell in den letzten Jahren enttäuschende Investitionswachstum gibt es viele. Nach einer detaillierten Darstellung der Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen werden in diesem Beitrag vier der häufigsten Erklärungen näher erörtert: (i) die fehlende Nachfrage, (ii) strukturelle Veränderungen in der österreichischen Wirtschaft, (iii) eine Verschlechterung des Wirtschaftsstandorts Österreich sowie (iv) das Vorliegen einer Kreditklemme. Bereits ein etwas genauerer Blick auf die österreichischen Investitionsdaten zeigt, dass das oftmals attestierte Investitionsproblem in Österreich nicht allzu gravierend sein dürfte – zumindest nicht dahingehend, dass daraus ein Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Unternehmen resultieren wird. Handlungsbedarf auf Seiten der öffentlichen Hand besteht allerdings durchaus, denn das Potential des Staates, die Investitionstä-tigkeit in Zukunftsbereichen direkt und indirekt zu unterstützen, wird bei Weitem nicht ausgeschöpft.

K. Aiginger, "Deficits and Strengths in Austrian Competitiveness"
pp. 7 , Jan. 2016.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/29_FIW_PolicyBrief_Aiginger.pdf

Abstract: Wettbewerbsfähigkeit wird noch immer oft rein kostenmäßig definiert (niedrige Löhne, Energiepriese). Für Industrieländer und besonders Topeinkommensländer wie Österreich spielen aber Faktoren wie Innovation, Ausbildung und staatliche und nicht staatliche Institutionen (Sozialpartnerschaft, Vertrauen, schnelle Entscheidungen) eine wichtige Rolle. Und der Wettbewerbserfolg sollte nicht nur an den erzielten Einkommen, sondern auch an sozialen und ökologischen Kriterien gemessen werden. Österreich ist auch nach dieser breiteren Definition des Wettbewerbserfolges - gemessen an der Erreichung von Beyond GDP Zielen - mittelfristig ein Erfolgsmodell.

H. Oberhofer and H. Winner, "Handelseffekte der österreichischen EU-Integration"
no. 028 , pp. 8 , Oct. 2015.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/28_FIW_PolicyBrief_Oberhofer_Winner.pdf

Abstract: Im vorliegenden Beitrag werden die Handelseffekte der EU-Integration Österreichs quantifiziert. Als Datenbasis werden Exporte aus und Importe nach Österreich für 190 Handelspartner und 68 Industriebranchen zwischen 1988 und 2014 verwendet. Empirisch werden im Rahmen eines zweistufigen Gravitationsmodells die Auswirkungen von drei Integrationsschritten auf den extensiven und intensiven Rand des österreichischen Außenhandels untersucht: Der EU-Beitritt 1995, welcher die Teilnahme am Binnenmarkt ermöglicht, die Einführung einer gemeinsamen Währung (ab 1999) und die Erweiterung der EU um ost- und mitteleuropäische Länder (ab 2004). Die empirischen Ergebnisse legen nahe, dass die EU-Mitgliedschaft, insbesondere die Teilnahme am Binnenmarkt und die Osterweiterung, eine beträchtliche Intensivierung des österreichischen Außenhandels zur Folge hatten. Für die Euroeinführung war dies weniger zu beobachten.

A. Reinstaller, ""Smart Diversification" im Außenhandel"
no. 027 , pp. 12 , May 2015.

File:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/27_FIW_PolicyBrief_Reinstaller.pdf

Abstract: Smart Specialisation-Strategien (3S) stellen einen neuen Ansatz im Kontext der Europäischen Industrie- und Regionalpolitik dar. Dies sind wirtschaftspolitische Maßnahmen, die darauf abzielen, neue Spezialisierungen auf der Grundlage bestehender räumlich und technologisch konzentrierter Kompetenzen und Stärken voranzutreiben. Da es sich dabei aber primär um die Unterstützung von Diversifizierungsprozessen handelt, verwendet dieser Beitrag den Begriff „Smart Diversification“. Es wird argumentiert, dass diese Strategien auf der Ausnutzung von Verbundeffekten (z.B. Wissensspillovers) aufbauen. Der Beitrag zeigt, dass diese Effekte tatsächlich eine wichtige Rolle bei der Entwicklung neuer Spezialisierungen im österreichischen Außenhandel spielen, da sie die Grundlage für Kostenvorteile bei der Erzeugung spezifischer Güter und die Herausbildung von Alleinstellungsmerkmalen bilden. Andererseits führen sie auch zu Pfadabhängigkeiten in der Entwicklung des Exportportfolios, die langfristig zu einem strukturellen „Lock-in“ führen könnten. Ob lokale Kompetenzen und darauf aufbauende Spezialisierungen eine Chance oder eine Einschränkung für die weitere Entwicklung sind, hängt auch von forschungs-, technologie- und innovationspolitischen Maßnahmen ab, die darauf abzielen, bestehende Stärken weiterzuentwickeln und mit neuen Wissens- oder Technologiebereichen zu verknüpfen. Es geht also im Sinne Schumpeters um die Schöpfung und Umsetzung „neuer Kombinationen“.

R. Stöllinger, "Eine Anatomie des österreichischen Exportwachstums nach der Krise"
no. 026 , pp. 11 , Mar. 2015.

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Abstract: Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem Wachstum der österreichischen Industrieexporte zwischen 2010 und 2013, also den Jahren nach dem Einbruch des Welthandels. Im Vordergrund steht dabei die Frage, ob die österreichischen Exporte durch Intensivierung der bestehenden Exportbeziehungen anstiegen (intensiver Rand) oder ob das Exportwachstum durch den Aufbau neuer Exportbeziehungen (extensiver Rand) zustande kam. Dabei zeigt sich eine Dominanz des intensiven Rands, der im Übrigen auch vorrangig für die – im Vergleich zur Exportentwicklung vor der Krise – reduzierte Wachstumsdynamik 2010-2013 verantwortlich zeichnet. Diese Unterscheidung ist insofern wichtig, als Veränderungen der Exporte durch den intensiven Rand eine vertiefte Spezialisierung bedeuten, während eine Ausweitung des extensiven Randes auf eine Exportdiversifikation hinweist. Die Analyse der Exporte der österreichischen Sachgütererzeugung wird durch industriespezifische Ergebnisse und einen Vergleich mit anderen EU-Staaten ergänzt. Für die Wirtschaftspolitik ist von Bedeutung, ob eine etwaige Exportförderung auf die Forcierung des intensiven oder des extensiven Randes des Exports ausgerichtet sein sollte.

H. Oberhofer, "Die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Exportwirtschaft: Die Rolle der KMUs"
no. 025 , pp. 8 , Dec. 2014.

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Abstract: Für Österreich als kleine offene Volkswirtschaft ist die internationale Wettbewerbsfähigkeit seiner Un-ternehmen für den wirtschaftlichen Wohlstand entscheidend. Darüber hinaus prägen kleine und mittel-ständische Unternehmen (KMUs) die Struktur der heimischen Wirtschaft. Somit sind sie wesentlich für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Österreichs und die Schaffung und Sicherung von nachhaltigen Arbeitsplätzen verantwortlich. Dieser Beitrag beschreibt die Exporttätigkeit der österreichischen KMUs im Jahr 2010 im EU-Vergleich und unterscheidet hierbei zwischen unterschiedlichen Wirtschaftsbranchen. Darüber hinaus wird die Frage aufgeworfen, ob KMUs in ihrem Exportverhalten möglicherweise durch Marktversagen beeinträchtigt werden, was wiederum wirtschaftspolitische Eingriffe wie Förderungen und Subventionen rechtfertigen könnte. Anhand aktueller ökonomischer Literatur kann gezeigt werden, dass produktivere Unternehmen weniger in ihren Exportambitionen behindert sind. Wirtschaftspolitische Maßnahmen, die Forschung- und Entwicklungstätigkeiten (F&E) fördern, können hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten. Insgesamt sollten wirtschaftspolitische Maßnahmen allerdings an die konkreten Marktsituationen sowie die wirtschaftliche Aktivität angepasst werden, um erfolgsversprechend zu sein.

F. Breuss, "TTIP und ihre Auswirkungen auf Österreich"
no. 024 , pp. 15 , Nov. 2014.

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Abstract: Mit einem umfassenden und in der Öffentlichkeit höchst umstrittenen Handels- und Investitionsabkommen (TTIP) wollen die EU und die USA die größte Freihandelszone der Welt errichten und damit Wachstum und Beschäftigung stimulieren. Zwar prognostizieren alle bisherigen TTIP-Studien positive Handels-, Wohlfahrts- und Beschäftigungseffekte für beide Vertragsparteien (allerdings in ungleichem Ausmaß), doch treten diese nicht sofort ein, sondern erst sehr langfristig. Die TTIP ist daher zur Überwindung der gegenwärtigen Krise nicht geeignet. Die geschätzten Liberalisierungseffekte divergieren erheblich je nach Methode: Während allgemeine Gleichgewichtsmodelle (CGE-Modelle) sehr geringe Wohlfahrtseffekte ermitteln (½% bis 1% des BIP), versprechen Schätzungen mit Gravitationsmodellen außerordentlich hohe Gewinne (Steigerung der Realeinkommen in der EU um 5% und in den USA um 13,4%). Allerdings dürfte es zu starken (und politisch brisanten) Verlusten an Handel und Wohlfahrt in Drittstaaten (Handelsumlenkungen) kommen. Für Österreich wird eine langfristig realisierbare BIP-bzw. Wohlfahrtszunahme um 1,7% (CGE-Modell) bis 2,7% bzw. 2.9% (Gravitationsmodell) geschätzt. Das Inkrafttreten eines TTIP-Abkommens dürfte sich wegen vieler parlamentarischer Hürden (es handelt sich um ein gemischtes Abkommen) verzögern.