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11.5.2021 : 5:22 : +0200

Der Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft (FIW) (undefinedhttps://www.fiw.ac.at/) ist eine Kooperation zwischen der Wirtschaftsuniversität Wien (WU), der Universität Wien, der Johannes Kepler Universität Linz und der Universität Innsbruck, WIFO, wiiw und WSR. FIW wird von den Bundesministerien BMBFW und BMDW unterstützt.

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J. Grübler, "Handelspolitische Schutzmaßnahmen: Balanceakt auf einem schmalen Grat zwischen Schutz und Protektionismus"
no. 50 , pp. 13 , Mai 2021.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/50_FIW_Policy_Brief_Gruebler_Schutzmassnahmen.pdf

Abstract: Das oberste Ziel der Welthandelsorganisation ist eine globale Handelsliberalisierung zum Wohl aller Länder. Da der Abbau von Handelsbarrieren jedoch auch in nicht intendierten wirtschaftlichen Effekten resultieren kann, wurden bereits in den 1960er-Jahren Instrumente entwickelt, um Schäden für die heimische Wirtschaft durch stark steigende Importe – insbesondere jene, die unlauteren Handelspraktiken zuzuschreiben sind – entgegen-zuwirken. Antidumping-, Antisubventions- und Schutzmaßnahmen werden jedoch nicht nur multilateral im Rah-men der Welthandelsorganisation geregelt. Über 80% der seit 1996 in Kraft getretenen präferenziellen Handels-abkommen enthalten entsprechende Bestimmungen; in EU-Abkommen sind sie noch häufiger verankert als in anderen, allerdings mit wesentlich stärkerem Bezug auf die Welthandelsorganisation und die Erarbeitung ein-vernehmlicher Lösungen. Die empirische Wirtschaftsforschungsliteratur zeigt allerdings auch auf, dass die stark steigende Nutzung der Instrumente nicht zwingend ein Zeichen vermehrt unfairer Handelspraktiken ist, sondern vielmehr auf protektionistischen Missbrauch der Schutzmaßnahmen hindeutet. Die schweren wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie, die durch die Krise beschleunigte Digitalisierung und die geographisch asym-metrische Erholung von der Gesundheits- und Wirtschaftskrise befeuern die Nutzung bestehender und Entwick-lung neuer handelspolitischer Schutzinstrumente. Neben der Beleuchtung von bereits seit längerem etablierten Antidumping-, Antisubventions- und Schutzmaßnahmen streift der Policy Brief auch neuere oder wiederbelebte Instrumente, die ebenfalls dem Schutz der Wirtschaft vor schädigenden Handelspraktiken anderer Länder die-nen sollen, aber die Diskussionen rund um steigenden Protektionismus und die Rolle der Welthandelsorganisati-on weiter intensivieren.

F. Breuss, "Die Folgen des Brexit für Österreich und die EU"
vol. 49 , pp. 21 , 03 2021.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/49_FIW_Policy_Brief_Breuss.pdf

Abstract: Der Brexit ist ein einmaliges Ereignis. Im bisher stets auf Wachstum ausgerichteten europäischen Integrationsgesche-hen gibt es zum ersten Mal einen Rückschlag: Die EU schrumpft. Die Motive für den Brexit waren vielfältig. Das stärkste dürfte der bereits politisch sehr weit (für die Briten zu weit) fortgeschrittene Integrationsprozess und das Ziel „einer immer engeren Union“ gewesen sein. Nach viereinhalbjährigen Verhandlungen fand der Brexit mit einem Handels- und Kooperationsabkommen (HKA) seinen Abschluss. Die Folgen für beide Parteien für den bilateralen Handel und die je-weilige Wohlfahrt sind schwer abschätzbar, handelt es sich doch um ein einmaliges Politik-Experiment. Wenn es Verlie-rer geben wird, ist das vor allem das Vereinigte Königreich. Zwar gibt es im Warenhandel keine neuen Zölle und Quo-ten, doch führen neue Handelshemmnisse (Zollkontrollen etc.) zu Einschränkungen. Die übrigen drei Freiheiten des EU-Binnenmarktes (Dienstleistungen, Kapital und Personen) wurden im HKA nicht oder unvollständig geregelt. Besonders die Bedingungen für den Handel mit Finanzdienstleistungen – ein Schwerpunkt Londons – sind noch offen. Der Brexit und das Schrumpfen der EU dürfte neben der Abkühlung der bilateralen Beziehungen auch Folgen für beide Parteien haben: Das Vereinigte Königreich könnte ebenfalls schrumpfen, wenn Nordirland einen Zusammenschluss mit Irland anstrebt. Die verkleinerte EU verliert international sowohl politisch als auch ökonomisch an Gewicht.

Datenappendix: FIW-Jahresgutachen 2021 - Die österreichische Außenwirtschaft , Feb. 2021
Weblink:https://fiw.ac.at/fileadmin/Documents/Publikationen/Jahresgutachten_2021/FIW_JG_2021_Datenappenix_final.pdf _blank
Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Jahresgutachten_2021/FIW_JG_2021_Datenappenix_final.xlsx

Abstract: Alle Hintergrunddaten des FIW-Jahresgutachten 2021 in übersichtlicher Tabellenform.

FIW-Jahresgutachen 2021 - Die österreichische Außenwirtschaft , Feb. 2021
Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Jahresgutachten_2021/FIW_Jahresgutachten_2020_2021_Februar_final.pdf

Abstract: Das Jahr 2020 wurde vom Ausbruch und der globalen Verbreitung von COVID 19 geprägt. Obwohl in den ersten beiden Kalendermonaten Europa direkt nicht stark von der Ausbreitung des Virus betroffen war, litten die europäischen Wertschöpfungsketten bereits durch Produktions- und Lieferausfälle in und aus Asien – allen voran China. Ab Mitte Februar breitete sich die Pandemie über Europa und die USA aus. Die Politik musste mit gesundheitspolitischen Maßnahmen reagieren, die vor allem die Bewegungs- und Verkehrsfreiheit massiv einschränkten und somit große Teile des Wirtschaftslebens zum Stillstand brachten. Ökonomisch betrachtet, führte die COVID 19 Pandemie zu einem wirtschaftlichen Abschwung in einem Ausmaß, welches man seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr beobachten musste. Die OECD rechnet mit einem Rückgang des weltweiten Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 4,3% im Vergleich zu 2019. Das WIFO geht in seiner Prognose vom Dezember im Vorjahresvergleich von einem Rückgang des österreichischen BIP im Jahr 2020 von rund 7,3% aus.

J. Grübler, R. Stöllinger and G. Tondl, "Wanted! Free Trade Agreements in the Service of Environmental and Climate Protection" ,
Jan. 2021 , pp. 97.

Weblink:https://www.fiw.ac.at/fileadmin/Documents/Publikationen/Studien_2021/FIW_Research_Report_FTA_Environment_PolicyBrief.pdf
Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Studien_2021/FIW_Research_Report_FTA_Environment_FINAL.pdf

Abstract: The effects of international trade on the planet’s climate and environment are manifold and complex. This makes assessment of the impact of free trade agreements (FTAs) a delicate matter. This study provides an overview of the development of sustainability chapters in FTAs and discusses their potential and limitations. It highlights particular industry-specific environmental issues related to EU trade, especially with developing countries, and presents complementary policy options. In this vein, it zooms in on the EU-Mercosur FTA, for which a political agreement was reached in June 2019. It contrasts the estimated cost of increased CO2 emissions attributable to intensified trade relations, as one element of the ‘pains from trade’, with the estimated ‘gains from trade’ arising from lower prices for consumers. The analysis suggests that the benefits outweigh the costs; yet, the result is sensitive to assumed prices for pollutants. Furthermore, the effectiveness of the incorporated sustainability chapter is limited by its enforceability. The latter provokes a discussion on the modernisation of the framework of the World Trade Organization, which currently does not allow environmental challenges to be tackled effectively.

H. Oberhofer, M. Pfaffermayr and Y. Wolfmayr, "Die Auswirkungen des Brexit auf Österreichs Wirtschaft" ,
Jan. 2021 , pp. 57.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Studien_2021/FIW_RR_DIe_Auswirkungen_des_Brexit_auf_Oesterreichs_Wirtschaft_01_2021_final.pdf

Abstract: Diese Studie liefert ein Update zu den 2017 berechneten Handels- und Wohlfahrtseffekten des Brexit für die österreichische und die britische Wirtschaft ("Estimating the Trade and Welfare Effects of Brexit. A Panel Data Structural Gravity Model"). Die Schätzung erfolgt mit einem strukturellen Gravitationsmodell auf disaggregiertem Branchenniveau. Die Studie vergleicht die ökonomischen Folgen des am 24. Dezember 2020 vereinbarten Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich mit den Handels- und Wohlfahrtseffekten aus einem ungeregelten Ausscheiden des Vereinigten Königreichs. Demnach dämpft das Freihandelsabkommen die negativen bilateralen Handelseffekte, kompensiert sie jedoch nicht vollständig. Das Vereinigte Königreich ist vom Ausscheiden deutlich stärker als Österreich betroffen. Die größten negativen Handelseffekte zeigen sich für den Agrarsektor sowie in der für den bilateralen Handel wichtigen Kfz-Branche.

H. Oberhofer, M. Pfaffermayr and Y. Wolfmayr, "Die Auswirkungen des Brexit auf Österreichs Wirtschaft - Policy Note"
pp. 57 , Jan. 2021.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Studien_2021/FIW_PN_Die_Auswirkungen_des_Brexit_auf_Oesterreichs_Wirtschaft_01_2021_final.pdf

Abstract: Diese Studie liefert ein Update zu den 2017 berechneten Handels- und Wohlfahrtseffekten des Brexit für die österreichische und die britische Wirtschaft ("Estimating the Trade and Welfare Effects of Brexit. A Panel Data Structural Gravity Model"). Die Schätzung erfolgt mit einem strukturellen Gravitationsmodell auf disaggregiertem Branchenniveau. Die Studie vergleicht die ökonomischen Folgen des am 24. Dezember 2020 vereinbarten Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich mit den Handels- und Wohlfahrtseffekten aus einem ungeregelten Ausscheiden des Vereinigten Königreichs. Demnach dämpft das Freihandelsabkommen die negativen bilateralen Handelseffekte, kompensiert sie jedoch nicht vollständig. Das Vereinigte Königreich ist vom Ausscheiden deutlich stärker als Österreich betroffen. Die größten negativen Handelseffekte zeigen sich für den Agrarsektor sowie in der für den bilateralen Handel wichtigen Kfz-Branche.

FIW Jahresgutachten UPDATE 2020"Die österreichische Außenwirtschaft , Nov. 2020
Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Jahresgutachten2020/Update_Oktober_2020/FIW_Jahresgutachten_Update2020.pdf

Abstract: Die COVID-19-Pandemie hatte einen massiven Einfluss auf die internationalen Wirtschaftsaktivitäten und somit auf die österreichische Außenwirtschaft. Das vorliegende Oktober-Update zum FIW-Jahresgutachten „Die österreichische Außenwirtschaft“ vom Februar 2020 präsentiert eine neue kurzfristige Prognose für die Entwicklung der österreichischen Außenwirtschaft in den Jahren 2020 und 2021. Die österreichischen Waren- und Dienstleistungsexporte werden im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 real um 12,4% niedriger ausfallen. Die Gesamtimporte werden über denselben Beobachtungszeitrum (ebenfalls real betrachtet) um 10,6% schrumpfen. Da die Exporte stärker von der COVID-19-Pandemie als die Importe betroffen sind, wird der Beitrag der Nettoexporte zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum somit im Jahr 2020 mit einem Minus von 1,3 Prozentpunkten relativ deutlich negativ ausfallen.

Datenappenix: FIW Jahresgutachten UPDATE 2020 "Die österreichische Außenwirtschaft" , Nov. 2020
Weblink:https://fiw.ac.at/fileadmin/Documents/Publikationen/Jahresgutachten2020/Update_Oktober_2020/Datenappendix_UPDATE__2020.pdf _blank
Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Jahresgutachten2020/Update_Oktober_2020/Datenappendix_UPDATE__2020.xlsx

Abstract: Die COVID-19-Pandemie hatte einen massiven Einfluss auf die internationalen Wirtschaftsaktivitäten und somit auf die österreichische Außenwirtschaft. Das vorliegende Oktober-Update zum FIW-Jahresgutachten „Die österreichische Außenwirtschaft“ vom Februar 2020 präsentiert eine neue kurzfristige Prognose für die Entwicklung der österreichischen Außenwirtschaft in den Jahren 2020 und 2021. Die österreichischen Waren- und Dienstleistungsexporte werden im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 real um 12,4% niedriger ausfallen. Die Gesamtimporte werden über denselben Beobachtungszeitrum (ebenfalls real betrachtet) um 10,6% schrumpfen. Da die Exporte stärker von der COVID-19-Pandemie als die Importe betroffen sind, wird der Beitrag der Nettoexporte zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum somit im Jahr 2020 mit einem Minus von 1,3 Prozentpunkten relativ deutlich negativ ausfallen.

M. Lehmann and M. Kretzschmar, "Investitionskontrollen in Europa - zwischen wirtschaftlichem Zweck, politischem Nutzen und rechtlicher Machbarkeit"
vol. 48 , pp. 15 , Okt. 2020.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/48_FIW_Policy_Brief_Lehmann_Kretzschmar.pdf

Abstract: Weltweit lassen sich nicht erst seit der Corona-Pandemie Tendenzen zur Verschärfung von sicherheitsbezoge-nen Investitionskontrollen feststellen – auch in Europa. Mit der Verordnung (EU) 2019/452 des Europäischen Par-laments und des Rates vom 19. März 2019 zur Schaffung eines Rahmens für die Überprüfung ausländischer Direk-tinvestitionen in der Union, EU ABl. L 79 I/1, (FDI-Screening-VO) ist nunmehr auch die EU in diesem Themenfeld gesetzgeberisch aktiv geworden. Die Umsetzung der Verordnung in den Mitgliedstaaten ist in vollem Gange: In Österreich erfolgt sie durch das neue Bundesgesetz über die Kontrolle von ausländischen Direktinvestitionen (Investitionskontrollgesetz – InvKG). Der von der EU verfolgte Ansatz zur Koordination und Kooperation unter den Mitgliedstaaten in Fragen der si-cherheitstechnischen Investitionskontrolle ist zu begrüßen, jedoch gerade auch mit Blick auf die potenzielle Dy-namik im Fortgang der Coronakrise noch ausbaufähig, soweit es die kompetenziellen, grundfreiheitlichen und wirtschaftsvölkerrechtlichen Grenzen zulassen.

A. Reinstaller and K. S. Friesenbichler, "“Better Exports” ¬ Technologie-, Qualitätsaspekte und In-novation des österreichischen Außenhandels im Kontext der Digitalisierung" ,
Sep. 2020 , pp. 112.

Weblink:https://fiw.ac.at/fileadmin/Documents/Publikationen/Studien_2020/FIW_PolicyNote_Better_Export_Reinstaller_Friesenbichler_09_2020.pdf _blank
Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Studien_2020/FIW_RR_Better_Export_Reinstaller_Friesenbichler_09_2020.pdf

Abstract: Die Studie präsentiert eine langfristige Analyse der österreichischen Warenexporte seit der 2000. Nach einer stark expansiven Phase zwischen 2000 und 2008 verlor demnach Öster-reichs Exportwirtschaft seit der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/09 Marktanteile und Alleinstellungsmerkmale im Welthandel. Die Wettbewerbsintensität nahm zu, und österrei-chische Exporteure konzentrieren sich zunehmend auf den Export von Waren, für die sie über hohe Spezialisierungsvorteile verfügen. Aufgrund dieser Beobachtung werden Heraus-forderungen für die Außenwirtschaftspolitik und wirtschaftspolitische Ansatzpunkte im Kon-text der Außenwirtschaftsstrategie identifiziert und diskutiert.

J. Grübler and O. Reiter, "Greater than the sum of its parts? Does Austria profit from a widening network of EU free trade agreements?" ,
Sep. 2020 , pp. 46.

Weblink:https://www.fiw.ac.at/fileadmin/Documents/Publikationen/Studien_2020/FIW_Research_Report_Network_effects_Policy_Note.pdf
Datei:https://www.fiw.ac.at/fileadmin/Documents/Publikationen/Studien_2020/FIW_Research_Report_Network_effects_Report.pdf

Abstract: Political debates and economic analyses often focus on single free trade agreements and their potential economic effects on participating trading partners. This study contributes to the literature by shedding light on the significance of trade agreements in the context of countries’ positions in worldwide trade agreement networks, by combining network theory with gravity trade modelling. We illustrate, both numerically and graphically, the evolution of the global web of trade agreements in general, and the network of the European Union specifically, accounting for the geographical and temporal change in the depth of agreements implemented. Gravity estimations for the period 1995-2017 distinguish the direct bilateral effects of trade agreements from indirect effects attributable to the scope of trade networks and countries’ positions therein.

J. Grübler and R. Stöllinger, "EU-Freihandelsabkommen: Was liegt auf dem Tisch?"
vol. 47 , pp. 16 , Sep. 2020.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/47_FIW_Policy_Breif_Gruebler_Stoellinger_EU_Freihandelsabkommen.pdf

Abstract: Das Netzwerk der EU-Freihandelsabkommen hat sich über die letzten Jahrzehnte über den gesamten Globus ausgebreitet. Die Abkommen unterscheiden sich jedoch in ihrem Umfang und ihrer Tiefe. Die „zweite Generation“ umfassender Abkommen der EU wurde mit dem EU-Südkorea Abkommen begründet. Nach einer mehrjährigen Periode ohne große Durchbrüche traten die tiefen Handelsabkommen mit Kanada (2017), Japan und Singapur (2019) sowie Vietnam (2020) in Kraft. Verhandlungen mit Mercosur wurden abgeschlossen. Abkommen mit Neuseeland und Australien stehen in den Startlöchern. In Summe bleiben die USA und China die großen Ausnahmen und Brexit der herbste Rückschlag für die EU. Während die EU über das größte Freihandelsnetzwerk mit mehreren geographischen Clustern verfügt, verliert es an Gewicht durch den globalen Anstieg von Abkommen ohne europäische Involvierung. Eine besonders dynamische Entwicklung überlappender Freihandelszonen entwickelt sich im Pazifik mit ASEAN(+3), RCEP und CPTPP. Die jüngsten EU-Abkommen der neuen Generation verschieben das Gewicht weiter Richtung Asien. Wirtschaftliche und politische Entwicklungen als auch die jüngste COVID-19-bedingte globale Gesundheitskrise“ sind Faktoren, die eine Analyse der Stabilität von komplexen Systemen, wie überlappende Freihandelsnetzwerke und Abhängigkeiten in globalen Wertschöpfungsketten, anstoßen sollten.

F. Sinabell, J. Grübler and O. Reiter, "Implications of the EU-Mercosur Association Agreement for Austria - A Preliminary Assessment" ,
Aug. 2020 , pp. 79.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Studien_2020/FIW_Research_Report_Implications_of_the_EU_Mercosur_Association_Agreement.pdf

Abstract: This study presents quantitative and qualitative assessments of potential consequences of the trade agreement between the EU and Mercosur countries. It is embedded in a wider Association Agreement and was made public in summer 2019. The focus is on Austria. One objective of the agreement is to liberalise trade and to improve conditions for making in-vestments in order to create jobs and value added and to give consumers in both regions better access to a wide range of products and services. A gravity model analysis shows that average income gains per person are remarkably similar in both regions. However, the economies in Mercosur countries will benefit more than EU Member States economies in relative terms. A second objective of the agreement is to meet targets that go beyond im-mediate economic benefits, such as to further sustainable development, to prevent envi-ronmental deterioration, to avoid social frictions and to smooth adaptation processes. A qualitative comparison shows the advancements compared to other trade agreements and the limitations of trade agreements to address social and environmental concerns. An in depth-appraisal of the provisions for agriculture shows potential benefits and costs for consumers and farmers in both regions.

H. Oberhofer, "Der globale Handel und die Handelspolitik in Zeiten von COVID-19"
vol. 46 , pp. 15 , Jun. 2020.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/46_FIW_PolicyBrief_Oberhofer.pdf

Abstract: Der Welthandel wird von COVID-19 stärker betroffen sein als die Gesamtproduktion von Waren und Dienstleistungen. Aktuelle Studien gehen von einem Rückgang der globalen Handelsströme von 11% bis 30% für das Jahr 2020 aus. Für Österreich als kleine offene Volkswirtschaft führt dies zu zusätzlichen Herausforderungen. Dieses Policy Brief gibt einen Überblick über die möglichen Handelseffekte von COVID-19 für die globale und österreichische Wirtschaft und betrachtet insbesondere den Warenhandel, die Tourismusbranche und die ausländischen Direktinvestitionen. In einem weiteren Abschnitt wird ein Überblick über die handelspolitischen Entwicklungen während der COVID-19-Pandemie gegeben und ein besonderer Fokus auf sensible Produkte aus dem Gesundheitsbereich und auf Lebensmittel gelegt. Aus den Erfahrungen mit der COVID-19-Pandemie können Lehren für die internationale Handelspolitik und die EU gezogen werden. Wie diese Lehren aussehen und welche Politikmaßnahmen ergriffen werden könnten, wird in einem abschließenden Kapitel behandelt und diskutiert.

S. Borsky, "Internationaler Handel, Klimapolitik und Carbon Leakage"
vol. 45 , pp. 13 , Mai 2020.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/45_FIW_PolicyBrief_Borsky.pdf

Abstract: Mit dem Klimaabkommen von Paris hat sich eine Situation der national differenzierten Klimapolitik entwickelt, die zu ungleichen CO2-Preisen in den einzelnen Ländern geführt hat. Internationaler Handel zwischen Ländern mit unterschiedlich strikter Klimaschutzpolitik kann zu Carbon Leakage führen. Dies reduziert die Effizienz einer Klimaschutzpolitik. Ein Grenzausgleich, im Sinne einer Harmonisierung unterschiedlicher CO2-Preise mit Hilfe von CO2-Zöllen, bietet sich als eine Maßnahme an, um Wettbewerbsverzerrung aufgrund von unilateraler Klimaschutzpolitik zu reduzieren und Carbon Leakage zu verhindern. Nicht nur in der Fachliteratur, sondern auch auf politischer Ebene findet die Idee eines Grenzausgleiches Zustimmung. Der jüngste Vorschlag einer solchen Maßnahme wurde im Zuge des von der Europäischen Kommission unter Ursula von der Leyen beschlossenen „Green Deals“ benannt und soll helfen die Europäische Union bis zum Jahr 2050 zur Klima-Neutralität zu führen. Obwohl die Grundidee von Grenzausgleichsmaßnahmen im Sinne einer Verlagerung zu einer konsumbasierten CO2-Bepreisung reizvoll und klar ist, ist dessen Ausgestaltung und Implementierung in der Praxis komplex. Dies führt zu einem hohen bürokratischen Mehraufwand und damit einhergehenden hohen administrativen Kosten. Darüber hinaus kann ein Grenzausgleich als Handelsbarriere gesehen werden, welche zu Vergeltungsmaßnahmen der vom Grenzausgleich betroffenen Länder im Ausland führen kann. Aus diesem Grund empfiehlt sich ein enger Fokus auf energieintensive und international exponierte Sektoren.

S. T. Schneider and K. Wacker, Explaining the global landscape of foreign direct investment: knowledge capital, gravity, and the role of culture and institutions.
Apr. 2020.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Working_Paper/N_194_Schneider_Wacker.pdf

Abstract: In this paper, we empirically re-assess the question which theoretical models and motives are most suitable to explain global patterns of foreign direct investment (FDI). Compared to previous studies, we use bilateral FDI positions with a much more comprehensive coverage of emerging and developing economies, the IMF’s CDIS. We apply cross validation to assess the performance of the gravity model and the knowledge capital (KK) model and add cultural, institutional, and financial factors, as suggested by theories on FDI determinants. We find the gravity model to achieve the best theory-consistent out-of-sample prediction, particularly when parameter heterogeneity of South and North FDI is allowed for. Controlling for surrounding market potential is important to recover the horizontal effect of the gravity model. Including institutional, cultural, or financial factors does not improve the model performance distinctly although results for those variables are mostly in line with theory.

FIW Jahresgutachten 2020 "Die österreichische Außenwirtschaft , Mä. 2020
Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Jahresgutachten2020/FIW_Jahresgutachten_2020_final.pdf

Abstract: Österreich ist als kleine offene Volkswirtschaft maßgeblich von seinen wirtschaftlichen Außenbeziehungen abhängig. Die besondere Bedeutung der österreichischen Außenwirtschaftsbeziehungen für die österreichische Wirtschaftsentwicklung wird zum Anlass genommen, durch Unterstützung aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW), beginnend mit dem Jahr 2020, ein Jahresgutachten zur "Lage der österreichischen Außenwirtschaft" zu erstellen. Diese Publikation besteht aus mehreren Kapiteln und wird sich jährlich mit einem wechselnden Schwerpunktthema beschäftigen. Neben der Darstellung und Analyse der aktuellsten Entwicklungen in der österreichischen Außenwirtschaft wird ein besonderes Augenmerk auf die Prognose der künftigen Entwicklungen gelegt. Zu diesem Zweck beinhaltet das Jahresgutachten zwei Kapitel zur Einschätzung der kurz- und mittelfristigen Entwicklung der österreichischen Außenwirtschaftsbeziehungen. Vor dem Hintergrund der neuen Handelsbarrieren, welche seit 2018 eingeführt wurden, wird im aktuellen Jahresgutachten dieses Thema schwerpunktmäßig aufgegriffen und in den durchgeführten Analysen besonders berücksichtigt.

Datenappenix: FIW Jahresgutachten 2020 "Die österreichische Außenwirtschaft" , Mä. 2020
Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Jahresgutachten2020/FIW_JG_2020_Datenappenix_final.xlsx

Abstract: Österreich ist als kleine offene Volkswirtschaft maßgeblich von seinen wirtschaftlichen Außenbeziehungen abhängig. Die besondere Bedeutung der österreichischen Außenwirtschaftsbeziehungen für die österreichische Wirtschaftsentwicklung wird zum Anlass genommen, durch Unterstützung aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW), beginnend mit dem Jahr 2020, ein Jahresgutachten zur "Lage der österreichischen Außenwirtschaft" zu erstellen. Diese Publikation besteht aus mehreren Kapiteln und wird sich jährlich mit einem wechselnden Schwerpunktthema beschäftigen. Neben der Darstellung und Analyse der aktuellsten Entwicklungen in der österreichischen Außenwirtschaft wird ein besonderes Augenmerk auf die Prognose der künftigen Entwicklungen gelegt. Zu diesem Zweck beinhaltet das Jahresgutachten zwei Kapitel zur Einschätzung der kurz- und mittelfristigen Entwicklung der österreichischen Außenwirtschaftsbeziehungen. Vor dem Hintergrund der neuen Handelsbarrieren, welche seit 2018 eingeführt wurden, wird im aktuellen Jahresgutachten dieses Thema schwerpunktmäßig aufgegriffen und in den durchgeführten Analysen besonders berücksichtigt.

B. Dachs, "Die Bedeutung ausländischer multinationaler Unternehmen für Forschung, Entwicklung und Innovation in Österreich"
vol. 44 , pp. 13 , Feb. 2020.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Policy_Briefs/44_FIW_Policy_Brief_Dachs__Bedeutung_ausld_Multis_fuer_F_u_E_u_Innovation_in_OEsterreich.pdf

Abstract: Multinationale Unternehmen betreiben Forschung, Entwicklung (F&E) und Innovationsaktivitäten zuneh-mend außerhalb ihrer Herkunftsländer, eine Entwicklung, die als Internationalisierung von F&E bezeich-net wird. Auslandskontrollierte Unternehmen gaben im Jahr 2017 4,1 Mrd. EUR für F&E in Österreich aus, was mehr als der Hälfte der F&E-Ausgaben von Unternehmen in Österreich entspricht. Österreich gehört damit zu den am stärksten internationalisierten Ländern in der OECD. Die F&E-Aktivitäten auslandskontrollierter Unternehmen sind vor allem in Hochtechnologiebranchen konzentriert. Die F&E-Intensität dieser Unternehmen ist durchschnittlich höher als jene von inlandskontrol-lierten Unternehmen. Die wichtigsten Herkunftsländer sind Deutschland, die Schweiz, die USA und Ka-nada. Der Anteil von nichteuropäischen Unternehmen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die F&E-Ausgaben österreichischer Unternehmen im Ausland betragen etwa 450-500 Mio. EUR und wer-den vor allem in Deutschland investiert

A. A. Gnidchenko, The Conflicting Ways to Dissect Intra-Industry Trade.
Sep. 2019.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Working_Paper/N_193_Gnidchenko.pdf

Abstract: Theoretical literature states that intra-industry trade (IIT) should be divided into horizontal and vertical flows (or trade in products with homogeneous and heterogeneous quality) that are influenced by different factors. Yet, the economists are still not sure about the proportion between horizontal and vertical IIT. Traditional approach relies on unit value as an indicator of product quality. However, it is associated with a number of problems such as arbitrariness of the threshold used to separate the types of trade. We propose the two alternative approaches to dissecting IIT: first, applying another product quality indicator (PRODY – per capita GDP associated with exporting a product) and, second, relying on countries’ product-level differences in the revealed comparative advantage (RCA). We also argue in favor of the new continuous treatment of the index-based unit value approach (in the spirit of the overlap calculation of the IIT itself) that finally helps to get rid of the arbitrary thresholds problem. However, then we reject the PRODY- and RCA-based approaches due to an undesirable behavior (low correlation with the share of exports to other EU countries, low shares of horizontal IIT for homogeneous products and other features), while the performance of the continuous form of the index-based unit value approach is found to be in line with the traditional unit value approach. We also argue that the two index-based modifications are preferable to the traditional unit value approach due to the higher shares of horizontal IIT for homogeneous products. We conclude that the median share of horizontal IIT for EU countries is still unknown due to fundamental uncertainty about the dissecting approach. At the same time, relative positions of countries for all forms of the unit value approach are quite stable, so there is much less uncertainty concerning the cross-country differences

H. Oberhofer, "Die Handelseffekte der österreichischen EU-Mitgliedschaft 25 Jahre nach der Volksabstimmung" ,
Mai 2019 , pp. 34.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Studien_2018/Handelseffekte_25JahreEU_final.pdf

Abstract: Am 12. Juni 1994 wurde in Österreich im Rahmen einer Volksabstimmung über einen möglichen Beitritt des Landes zur Europäischen Union (EU) abgestimmt. 66,6% der Bevölkerung haben sich für einen Beitritt ausgesprochen und am 1. Jänner 1995 ist Österreich der EU beigetreten. Das 25 Jahr Jubiläum der Volksabstimmung zum österreichischen Beitritt wird in dieser Studie zum Anlass genommen, die Handelseffekte und die damit einhergehenden BIP-, Beschäftigungs- und Preiseffekte der österreichischen EU-Mitgliedschaft empirisch zu quantifizieren. Auf Basis eines Gravitationsmodells werden in einem ersten Schritt die Handelseffekte der österreichischen EU Mitgliedschaft berechnet. Den Ergebnissen zur Folge handelt Österreich langfristig mit den anderen EU Mitgliedsländern um etwa 46% mehr Waren als es dies ohne den Beitritt tun würde. Dieser Handelsimpuls wird in einem zweiten Schritt in das Adagio Input-Output-Modell des WIFO übertragen. Die Modellberechnungen legen nahe, dass die österreichische EU Mitgliedschaft durch den gesteigerten Außenhandel einen zusätzlichen jährlichen Wachstumsbeitrag von 0,7% (zum realen BIP) induziert hat.

V. Astrov and C. Hirsch, "FIW-Kurzbericht Nr. 27, März 2019"
vol. 27 , pp. 9 , Mä. 2019.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Kurzbericht/27_Kurzbericht_Maerz_2019.pdf
D. Tran Lam Anh and I. Deseatnicov, The Impact of Technology Level on Global Value Chain Formation.
Mä. 2019.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Working_Paper/N_192_Tran.pdf

Abstract: In this paper, we theoretically investigate the role of technology level in Global Value Chain (GVC) formation from two aspects: position and participation volume. We develop a simple two-country model where countries are heterogeneous with respect to their technology level and labor force. In GVC, there are a number of intermediate production stages with different technology thresholds. A country can produce at a stage if its technology level is higher than the stage's threshold. The unit labor requirement of a country in each stage is assumed to be inversely proportional to the difference between the technology level of the country and the technology threshold of the stage. According to this framework, the country with higher technology level will be producing at the stage with higher technology threshold. In contrast to previous studies that emphasize countries’ position in GVC only, our work focuses on both the “position” and “volume” of participation. We find that GVC participation volume of a country, measured in terms of the number of production stages it holds, will increase if there is an increase in either the country’s technology level or labor force.

J. Loermann, The Impact of CHF/EUR Exchange Rate Uncertainty on Swiss Exports to the Eurozone: Evidence from a Threshold VAR.
Feb. 2019.

Datei:fileadmin/Documents/Publikationen/Working_Paper/N_189_Loermann.pdf

Abstract: In light of the recent discussion regarding the measurement of uncertainty and its impact on economic activity, this paper derives forward-looking measures of uncertainty and directional expectations for the CHF/EUR exchange rate based on over-the-counter option data and analyses its impact on exports. First, risk-neutral option-implied probability density functions are estimated and corrected for risk aversion. Second, the standard deviations of the densities are purged from uncertainty spillovers from the Eurozone. The resulting time series serves as a forward-looking measure of exchange rate uncertainty, while the densities’ skewness serves as a measure of directional expectations. Within a nonlinear threshold VAR framework, it is found that the exchange rate uncertainty measure defines a high uncertainty regime during recessions and market turmoil, and a low uncertainty regime during expansionary phases. Nonlinear impulse response analysis demonstrates that shocks to the exchange rate, the uncertainty and the directional expectations exhibit different dynamic impacts on exports during times of high and low uncertainty.